10 - Wimuttidhamma

Wimuttidhamma Meditationszentrum für Achtsamkeitstraining
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RIECHMEDITATION
   
Auf Gerüche achten wir vor allem, wenn sie unschön auffallen. Deshalb eignet sich diese Übung besonders gut dazu, unsere wertfreie Aufmerksamkeit zu schulen. Wenn wir einen Geruch wahrnehmen, dann berührt er uns meist unangenehm: Das schwere Parfüm der Theaterbesucherin neben uns, Auspuffgase an der Fußgängerampel oder saure Milch. Im schlimmsten Fall kommt es zu heftiger Übelkeit. Anders ist es, wenn wir hungrig sind, dann springen wir sofort auf Essensdüfte an und uns läuft das Wasser im Mund zusammen.
 
 
Am liebsten scheint uns die >>frisch Luft<< zu sein, wenn es nach möglichst gar nichts riecht. Es riecht aber eigentlich fast immer nach irgendetwas. Und das sollten wir uns zunutze machen. Mache diese Übung am besten in einer Umgebung, die deinem Geruchssinn etwas zu bieten hat.
 
·       Nimm eine entspannte Haltung ein, egal ob du in der überfüllten U-Bahn sitzt oder allein auf einer Decke im Gras liegst. Konzentriere dich einige Atemzüge lang auf dein Ein-und Ausatmen.
 
·       Versuche dann beim nächsten Einatmen, den vordergründigsten Geruch wahrzunehmen. Wenn er intensive ist, geht das fast automatisch. Wenn nichts besonders hervorsticht, versuche, einzelne gleich starke Noten oder den >>Gesamtgeruch<< deiner momentanen Umgebung aufmerksam wahrzunehmen.
 
·       Die folgenden Fragen sollen dir helfen, den Fokus auf das zu richten, was du in diesem Moment riechst:
 
o   Was genau ist es? Wie setz sich der Geruch zusammen? Ändert er sich, wenn du den Mund ein wenig öffnest? (Nase und Zunge unterstützen sich beim Schmecken und Riechen meist gegenseitig.)
 
o   Empfindest du einen Geruch anders, wenn du die Luft tief in die Lunge einatmest oder wenn du flachere und kürzere Atemzüge nimmst?
 
o   Wie würdest du den Geruch oder die Gerüche charakterisieren? Empfindest du das, was du riechst, als angenehm oder unangenehm?
 
·       Nimm den Geruch (auch wenn er unangenehm ist) nur zur Kenntnis, benenne ihn im Geiste, aber bewerte ihn nicht dabei. Also nicht >>Benzingestank<<, sondern >>Benzin<<, nicht >>ekelhaft schimmlig<<, sondern >>Schimmel<<. Es ist, wie es ist. Es riecht, wie es ist. Es riecht, wie es riecht.
 
·       Beende die Meditation, indem du dich wieder für kurze Zeit auf deine Atmung konzentrierst.
 
 
 
 
 
TIPPS UND VARIATIONEN
 
·       Du kannst auf diese Übung insbesondere auch dann zurückgreifen, wenn ein Geruch dich stört. Damit entziehst du dich dem Gefühl von Ärger und hakst einfach nur ab: >>Fisch, Fisch, Fisch. << Oder: >> Motoröl, Motoröl, Motoröl. << >>Katzenfutter, Katzenfutter, Katzenfutter. <<
 
Aber: Zwinge dich nicht. Die Übung ist wirklich nicht ganz einfach. Das liegt daran, dass wir auf Gerüche spontaner reagieren als auf Sinnesreize. Außerdem ist die Wirkung von Geruchsreizen weniger leicht zu steuern es wird kaum gelingen, Speichelfluss, Ekel oder Übelkeit zu unterdrücken.
 
·       Wenn dir diese Übung schwerfällt, kannst du es mit folgenden Varianten versuchen: Schnuppere immer wieder einmal bewusst an etwas: An einer Blume oder du kannst dafür auch Räucherstäbchen verschiedener Duftrichtungen verwenden oder ätherische Öle.
 
·       Geruch und Geschmack hängen eng zusammen. Um auch den Geschmackssinn gezielt anzusprechen, kannst du die Rosinenübung machen
Alles Geschaffene ist vergänglich. Strebt weiter, bemüht euch, unablässig achtsam zu sein.
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