13 - Wimuttidhamma

Wimuttidhamma Meditationszentrum für Achtsamkeitstraining
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EINFACH DA SEIN
   
Zu meditieren, sich auf ein Objekt zu konzentrieren, ist sicher eine der anspruchsvollsten Formen von Meditation. Es kann jedoch ein wunderbares Gefühl der Weite und Freiheit vermitteln.
 
·       Begebe dich in eine Sitzposition deiner Wahl und schließe die Augen. Nimm wahr, wie du sitzt, spüre in deinen Körper hinein, atme ruhig und natürlich.
 
·       Nimm nun so viel wie möglich wahr, ohne bei irgendetwas länger zu verweilen. Du hörst die Stimmen der Kinder draußen, fühlst das Heben und Senken der Bauchdecke. Beobachte, wie Gedanken oder Gefühle kommen und gehen. Alles fließt, und alle deine Sinnesorgane sind so wach wie nur irgend möglich, ohne dass du etwas willst oder bewertest.
 
·       Immer wenn deine Aufmerksamkeit an einer Sache hängen bleiben möchte, versuche, in dir ein Gefühl der Weite herzustellen, in dem alles Platz hat, durch das alles hindurchfließen kann. Es gibt nichts zu tun. Strenge dich nicht an, sondern lasse einfach alles los und spüre, wie sich die Grenzen zwischen dir und dem Außen aufzulösen beginnen.
 
·       Beende die Übung mit einigen tiefen Atemzügen. Sei nicht frustriert, wenn dir diese Meditation am Anfang schwerfällt. Probiere einfach immer wieder, diese freie Form für ein paar Minuten in eine Atemmeditation zu integrieren.
 
 
ACHTSAME KÖRPERÜBUNGEN
   
Was unterscheidet normales Körpertraining vom achtsamen Üben? Wenn du die folgenden Prinzipien verinnerlichst, wird jede Form von Bewegung zur Achtsamkeitsübung. Mit dem anschließenden Qigong und Yogaübungen kannst du dies gleich ausprobieren und dann auch beim Joggen, Radfahren oder Fitnesstraining anwenden.
 
 
TRAINING FÜR KÖRPER UND GEIST
   
Während im Sport die messbare Leistung häufig eine wichtige Rolle spielt, ist die Ausrichtung bei den achtsamen Körperübungen, die von ganzheitlichen Übungssystemen wie Yoga und Qigong inspiriert wurden, eine deutlich andere. Es geht darum, Verspannungen mit sanften, achtsamen Bewegungen zu lösen, den Geist zur Ruhe zu bringen, die Selbstwahrnehmung und Selbsterkenntnis zu fördern, sich zu regenerieren und die Selbstheilungskräfte anzuregen. Beim Üben steht im Mittelpunkt, dass du dich wohlfühlst und sorgsam mit deinem Körper umgehst, dass du ihm von Moment zu Moment Aufmerksamkeit schenkst und ihn bewusst spürst.
 
 
DIE AUFMERKSAMKEIT AUSRICHTEN
   
Konzentriere dich während jeder Bewegung und auch zwischen den Übungen auf den Atem und auf die Rückmeldungen deines Körpers. Spüre genau, was ihm guttut und wann du deine Grenzen erreichst.
 
Wie beim Meditieren geht es auch hier darum, sich immer wieder zu fokussieren, wenn der Geist abschweift. Jedes Mal, wenn dir dies bewusst wird, kannst du dich freuen! Denn sobald du merkst, was in dir abläuft, bist du ja schon wieder achtsam und damit frei zu entscheiden, worauf du deine mentale Energie als nächstes richtest. Jedes Mal, wenn du deine Aufmerksamkeit gegen den Winderstand der alten Gewohnheit abzuschweifen in den gegenwärtigen Moment zurückbringst, trainierst du den >>Muskel deiner Achtsamkeit<<. So wird es dir immer leichter fallen, die wertvollen kleinen Momente zu genießen, aus denen dein Leben besteht.
 
 
MIT STARKEN EMPFINDUNGEN UMGEHEN
   
Bei anspruchsvolleren Übungen wirst du immer wieder intensive Körperempfindungen erleben. Das sind interessante Momente, in denen du sehr viel über die Reaktionsmuster deines Geistes in herausfordernden Situationen lernen kannst.
 
Grundlegend ist, dass du die Empfindung interessiert, offen und möglichst neutral betrachtest und dann die Aufmerksamkeit wie einen Laserstrahl darauf richtest. Erforsche neugierig ihre Qualität und Ausbreitung: Wie genau fühlt sie sich an? Ist es warm, kühl, drückend, ziehend, stechend, kribbelnd? Flächig oder punktuell? Wo ist sie am stärksten? Bleibt sie gleich oder verändert sie sich? Was geschieht mit den Empfindungen, wenn du die Haltung veränderst oder auflöst? Wie ist das Gefühl in diesem Körperbereich nach der Übung? Achte darauf, weiter zu atmen und nimm wahr, wie die Wellen des Atems die Empfindung beeinflussen!
 
 
Innerer Winderstand
   
Mache dir bewusst, ob es in dir einen inneren Widerstand gegen die Empfindung gibt. Falls ja: Kannst du wahrnehmen, wie dieser innere Winderstand die unangenehme Qualität der Empfindung steigert? Versuche zu erkennen, welche inneren Sätze dazu in deinem Kopf entstehen.
 
Genau wie bei den Körperempfindungen versuche, innerlich einen kleinen Schritt zurückzutreten, den inneren Widerstand mit etwas Distanz zu betrachten und ihn interessiert zu erforschen. Halte dich nicht an den Inhalten der Gedanken fest, sondern lasse sie ziehen wie Wolken am Himmel.
 
Nachdem du erkannt hast, wie dein Geist reagiert, konzentriere dich wieder voll und ganz auf das, was du gerade in deinem Körper spürst.
Alles Geschaffene ist vergänglich. Strebt weiter, bemüht euch, unablässig achtsam zu sein.
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