15 - Wimuttidhamma

Wimuttidhamma Meditationszentrum für Achtsamkeitstraining
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LOSLASSEN UND AKZEPTANZ LERNEN
   
Die Meditation lehrt uns, wie wir loslassen und inmitten des Wandels in unserer Mitte bleiben können. Wenn wir erst einmal eingesehen haben, dass alles unbeständig ist und wir es nicht festhalten können und dass wir eine gewaltige Menge Leid auf uns ziehen, wenn wir daran haften, dass die Dinge gleichbleiben, dann erkennen wir auch, dass die klügere Art zu leben darin besteht, sich zu entspannen und loszulassen.
 
 
NEIN SAGEN ZUM EIGENEN VERLANGEN
 
Wir leben in einer Gesellschaft, die uns vorgaukelt, dass unser Glück von einem hohen sozialen Status und von Konsumgütern abhängt, davon, dass wir alles haben. Selbst wenn wir uns im Prinzip ein einfacheres Leben wünschen, fällt es uns immer wieder schwer, dem Verlangen zu widerstehen. Je größer die innere Unzufriedenheit, das Gefühl eines Mangels in uns ist, desto mehr konsumieren wir. Fast jeder kennt diesen Mechanismus und weiss, dass die Befriedigung nur kurzfristiger Natur ist.
 
·       Lass nach einer kurzen Atemmeditation (zum Beispiel Seite 53) das Gefühl des Habenwollens in dir aufsteigen. Was ist es, dass dir Lust und Befriedigung zu versprechen scheint? Wie ist das Gefühl, es nicht zu haben, aber dieses Verlangen in sich zu spüren?
 
·       Was geschieht, wenn du ein klares Nein dazu ausdrückst? Fühlst du dich unruhig, angespannt, frustriert?
 
·       Wie wäre es, wenn du dir stattdessen Zeit für einen Spaziergang, eine Yogastunde oder auch einfach nur zum Nichtstun gönnst?
 
·       Experimentiere und gib deinen Konsumimpulsen in Zukunft nicht mehr unmittelbar nach. Vielleicht gibt es ja etwas, das dich deutlich mehr erfüllt.
 
Der Sinn dieser Übung besteht nicht primär im Verzicht. Wichtig ist vielmehr, dass du immer mal wieder überprüfst, was du wirklich brauchst, und nicht Opfer deiner Konsumwünsche wirst.
 
 
 
WEITE UND STILLE ERFAHREN
   
 
ZWISCHENRÄUME WAHRNEHMEN
 
·       Schaue dir den Raum an, in dem du dich gerade befindest. Hast du schon einmal bewusst deinen Blick auf die Zwischenräume gerichtet, die es dort gibt? Den Raum zwischen zwei Bildern? Zwischen zwei Fenstern? Normalerweise richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die Objekte, die sich in einem Zimmer befinden, aber selten auf den Raum dazwischen.
 
·       Wie verändert sich die Wahrnehmung des Raumes, wenn du deinen Blick achtsam auf die Zwischenräume richtest?
 
·       Wo sonst gibt es Zwischenräume, die du achtsam wahrnehmen und betrachten kannst? Zum Beispiel den Raum zwischen zwei Bäumen, zwischen der Erde und den Wolken, zwischen zwei Fußspuren auf dem Boden
 
 
ATEMSTILLE: HINEIN INS NICHTS
 
Ein Atemzug besteht aus Einatmen und Ausatmen. Dazwischen machen wir automatisch eine kleine Pause. Nach dem Einatmen genauso wie nach dem Ausatmen. Sich auf diesen Leerraum zu konzentrieren, schafft Platz für die Zwischentöne des Lebens.
 
·       Nimm eine bequeme, aufrechte Meditationshaltung ein, in der dein Atem leicht fließen kann. Richte die Aufmerksamkeit auf den Atem. Schließe die Augen. Wenn du sie lieber offenlässt, achte darauf, dass du keinen Fokus setzt, sondern >>ins Nichts<< schaust. Nimm dann einfach wahr, wie dein Atem gerade jetzt in diesem Moment fließt. Ein aus ein aus
 
·       Lenke nach einiger Zeit die Aufmerksamkeit auf die kleinen Pausen zwischen den Atemzügen. Du sollst sie nicht verlängern, schon gar nicht den Atem anhalten, sondern nur beobachten. Du atmest aus und es dauert den Bruchteil einer Sekunde, bevor du mit der folgenden Einatmung beginnst.
 
·       Ist die Einatmung abgeschlossen, steht deinr Atem für einen kurzen Moment still, bevor du ausatmest. Ein Pause aus Pause, ein Pause aus Pause.
 
·       Empfindest du einen Unterschied zwischen der Pause nach der Einatmung und der Pause nach der Ausatmung? Manche Menschen tun das, andere nicht. Es gibt in dieser Hinsicht kein Richtig oder Falsch.
 
·       Verlängern sich die Leerräume? Erzwinge nichts, gib schon beim leisen Impuls weiterzuatmen nach. Vielleicht verschmelzen die Atemzüge und die Pausen zu einer langen Wellenlinie. Lasse dich auf den Wellen des Atems tragen.
 
·       Ziehe Sie abschließend den Atem tief ein, bis hinunter in den Bauch. Halte den Atem für einen Moment an und lasse ihn dann langsam ausströmen. Noch einmal: Tief einatmen kurz anhalten langsam ausatmen. Du wirst dich erstaunlich erfrischt fühlen. Öffne die Augen wieder und lächle.
Alles Geschaffene ist vergänglich. Strebt weiter, bemüht euch, unablässig achtsam zu sein.
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