20 - Wimuttidhamma

Wimuttidhamma Meditationszentrum für Achtsamkeitstraining
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SICH SELBST LIEBEVOLL ANNEHMEN
   
 
Es ist wichtig, sich selbst kritisch betrachten zu können. Noch viel wichtiger ist es indes, sich selbst zu lieben und zu achten. Dein Geist kann nur zur Ruhe kommen, wenn du Zuneigung und Mitgefühl für dich selbst empfindest. Deshalb ist es ein entscheidender Teil der Meditation, dies zu kultivieren.
 
 
SCHENKE DIR EIN LÄCHELN
   
·       Setze oder lege dich bequem hin. Richte dich so ein, dass du dich wirklich wohlfühlst. Schließe die Augen und atme ganz natürlich. Ziehe deine Mundwinkel leicht nach oben, sodass ein Lächeln auf deinem Gesicht entsteht, an dem auch die Augen beteiligt sind.
 
·       Gehe mit deiner Aufmerksamkeit langsam von unten nach oben durch deinen Körper. Spüre deine Beine, dein Gesäß, die Berührungspunkte mit dem Boden, den Rücken, die Schultern und Arme, deinen Kopf. Spüre, wo du dich in deinem Körper wohlfühlst und wo vielleicht Spannungen oder gar Schmerzen sitzen.
 
·       Was auch immer da ist: Lächle dir innerlich liebevoll zu. So, wie du in diesem Moment bist, ist es okay. Du musst nichts leisten, nichts verändern. Es reicht, einfach nur da zu sein. Leite das innere Lächeln durch deinen ganzen Körper und fülle ihn ganz aus mit deiner Zuneigung und Herzenswärme.
 
·       Genieße diesen Zustand des Angenommenwerdens – und nimm ihn mit in deinen Alltag.
 
·       Nimm dir für diese Übung anfangs etwa 10 Minuten Zeit und dehne sie von Mal zu Mal etwas weiter aus, wenn du dich gerne länger in deiner eigenen Herzenswärme aufhalten möchtest.
 
 
MITGEFÜHL FÜR DAS INNERE KIND
   
Du kannst dich selbst gerade nicht leiden und bekommst auch aus deiner Umgebung wenig positive Resonanz? Erinnerungen an Situationen aus deinem Leben, in denen du dich wirklich geborgen und akzeptiert gefühlt hast, können in solchen Phasen sehr nährend wirken.
 
·       Setze oder lege dich bequem hin. Vielleicht möchtest du dich beim Sitzen anlehnen, dich vielleicht in eine Decke kuscheln. Richte dich so ein, dass du dich wirklich wohlfühlst. Schließe dann die Augen und atme ruhig und natürlich ein und aus.
 
·       Geh in Gedanken zurück in deine Kindheit. Suche eine Situation mit einem Menschen, in der du dich ganz sicher und gut aufgehoben gefühlt hast. Eine Situation, in der du nichts leisten musstest, um geliebt zu werden. Vielleicht dauert es ein bisschen, bis eine solche Erinnerung in dir aufsteigt, aber es gibt sie ganz gewiss.
 
·       Genieße es, so geliebt zu werden, spüre, wie sich deine Muskeln entspannen und wie du vielleicht unwillkürlich zu lächeln beginnst. Versetze dich ganz hinein in diese wunderbare Erfahrung des Akzeptiertwerdens – und nimm dieses Gefühl mit in deinen Alltag.
 
·       Nimm dir beim ersten Mal mindestens 15 Minuten Zeit für diese Übung. Rufe dir das Bild und die dazugehörigen positiven Gefühle in den nächsten Tagen immer mal wieder ins Gedächtnis.
 
 
DAS HERZ ERBLÜHEN LASSEN
   
In allen spirituellen Traditionen gibt es Meditationen, deren Ziel es ist, das Herz zu öffnen und liebevoller mit sich selbst und anderen umzugehen. Einer solchen Meditation ist das ganze fünfte Kapitel dieses Buchs gewidmet (ab Seite 207). Hier lernst du eine kleine erste Übung dazu kennen. Sie kann vor allem in Phasen, in denen du dir selbst hart und streng begegnest, sehr hilfreich sein.
 
·       Begebe dich in einen aufrechten Sitz deiner Wahl und achte darauf, dass du bequem sitzt und dich nicht anstrengst. Deine Schultern sollten nicht nach vorn fallen, damit sich der Brustraum öffnen kann. Schließe die Augen und atme ganz natürlich.
 
·       Wenn du zur Ruhe gekommen bist, lenke deine Aufmerksamkeit auf deinen Herzbereich. Visualisiere hier die Knospe einer schönen Blume – einer Blume, die dir jetzt wirklich gefällt, die deine Seele berührt.
 
·       Lasse deinen Atem die Knospe ganz weich umschmeicheln und wärmen, gib ihr Licht und all dein Wohlwollen.
 
·       Langsam öffnet sie sich, und die Blüte wird immer größer, bis sie deinen ganzen Brustraum ausfüllt. Spüre die Zartheit und Verletzlichkeit der Blütenblätter, aber auch die Lebenskraft, die Energie, die in dieser Blüte und in deinem Herzen stecken.
 
·       Verabschiede dich nach 10 bis 15 Minuten langsam und achtsam von ihr. Nimm das Gefühl von Weite und Weichheit mit in den Alltag.
 
·       Praktiziere diese Übung täglich, dann fällt sie dir in kritischen Situationen leichter. Sie funktioniert dann auch im Stehen oder langsamen Gehen, wenn dein Oberkörper aufgerichtet ist.
 
 
 
Alles Geschaffene ist vergänglich. Strebt weiter, bemüht euch, unablässig achtsam zu sein.
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