7 - Wimuttidhamma

Wimuttidhamma Meditationszentrum für Achtsamkeitstraining
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DEN INNEREN TASTSINN SCHULEN
   
Körper und Geist werden in der Meditation tief erforscht. Das Werkzeug dafür entwickelt sich aus der Fähigkeit zur inneren Sammlung, der Konzentration. Phänomene wie Gefühle und Gedanken sind von Natur aus flüchtig und ausufernd und viel schwerer zu erkennen als die Sinnesempfindungen im Körper. Übungen zur Wahrnehmung des Körpers sind daher ein guter Einstieg, um ihre Wirklichkeit deutlich erfassen zu lernen. In der folgenden Meditation geht es darum, punktuelle Aufmerksamkeit zu körperlichen Empfindungen wie Muskelspannung, Gliederschwere oder Kribbeln zu schicken. Du erschaffst damit ein erstes Raster für deinen inneren Tastsinn, aus dem mit der Zeit eine innere Landkarte erwächst.
 
DIE SIEBEN-PUNKTE-MEDITATION
 
·       Nimm die Sitzhaltung ein, die dir stimmig erscheint. Dann richte deine Aufmerksamkeit auf deine Augen, Stirn und Schläfen.
 
·       Fühle, ob die Augen entspannt in ihren Höhlen ruhen und noch mehr Raum einnehmen können. Stell dir vor, dass dir ein freundliches Wesen Augentrosttropfen in die äußeren Augenwinkel gibt und dadurch ein kleines Lächeln um die Augen huscht. Du spürst, wie es zart besänftigend wirkt nach außen kaum sichtbar, nach innen deutlich zu spüren. Der gesamte Augen-Stirn-Bereich bis hin zu Scheitel und Ohren entspannt sich.
 
·       Lippen, Kiefer, Zunge und Mundhöhle werden nun von der inneren Wahrnehmung erforscht. Lasse den Unterkiefer hängen, sodass obere und untere Zähne keinen Kontakt haben. Kannst du spüren, wo die Zungenspitze die Zähne berührt, wenn die Zunge breit und entspannt im Mund liegt? Zunächst genügt es, wenn du dich zu einem Körperbereich hindenkst, das tatsächliche Spüren bildet sich mit der Zeit beim Üben.
 
·       Der Strahl deiner Aufmerksamkeit tastet sich über das Kiefergelenk hinaus zu den Ohren und zum Schädelrand hin bis zu den ersten beiden Halswirbeln, auf denen der Kopf liegt. Fühle den Neigungswinkel des Kopfes und der Halswirbelsäule. Lasse die Muskeln am Schädelrand weich werden, spüre, wie der Kopf zwischen den Schultern wie ein Ei in einem Eierbecher ruht.
 
·       Von dort aus geht die Aufmerksamkeit zu den Schulterblättern. Spüre erst einmal, wie du die Schultern normalerweise hältst, dann lasse die Schulterblätter ohne zusätzlichen Druck auszuüben leicht nach hinten und zugleich nach unten sinken. Dadurch öffnen sich Brustbeinbereich, Herz und Atemraum um einige Millimeter.
 
·       Die Aufmerksamkeit wandert weiter durch die Wirbelsäule abwärts bis zum Steißbein. Je genauer du jeden einzelnen Wirbel mit Aufmerksamkeit umfangen kannst, umso wacher wirst du, den das dichte Nervengeflecht, das die Wirbelsäule umgibt, wird dadurch aktiviert. Stelle dir vor, dass am Steißbein an einem langen Faden ein Lot hängt, das bis zur Mitte der Erdkugel reicht. Spüre, wie sich dadurch dein Lendenwirbelbereich öffnet und du noch etwas mehr auf dem Erdboden ankommst. (Wenn du diese Übung im Liegen machst, fühle nur den Druck des Kreuzbeins auf der Unterlage.)
 
·       Konzentriere dich nun auf deine Fingerspitzen. Hast du Berührungskontakt? Spüre nacheinander durch alle zehn Finger. Was empfindest du dabei?
 
·       Versuche nun, einen Zeh nach dem anderen zu unterscheiden und den eventuell vorhandenen Berührungskontakt in den Zehenspitzen zu spüren. Du darfst dafür die Zehen gern bewegen.
 
·       Wenn du mit der Aufmerksamkeit durch alle Zehen gewandert bist, kannst du wieder zum Augenbereich wechseln und einen neuen Durchlauf der Meditation beginnen.
 
IM ALLTAG
 
·       Übe von jetzt an, in allen Lebenssituationen deine Körperempfindungen bewusst zu registrieren. Unterscheide innere und äußere Körperbewegungen. Spüre, welche Haltung du einnimmst, ob etwas den Körper berührt ein Windhauch, eine Hand, die Autopolster und welche Regungen in deinem Inneren stattfinden grummelt der Magen, geht der Atem schneller, zucken Muskeln? Versuche, dies neutral wahrzunehmen, ohne es gleich zu bewerten.
Alles Geschaffene ist vergänglich. Strebt weiter, bemüht euch, unablässig achtsam zu sein.
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