8 - Wimuttidhamma

Wimuttidhamma Meditationszentrum für Achtsamkeitstraining
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DIE WAHRNEHMUNG FOKUSSIEREN
   
Bei den folgenden Übungen geht es darum, nicht zu werten. Gerade wenn du das, was du wahrnimmst, so belässt, wie es ist, es weder ablehnen noch festhalten willst, kannst du Veränderungen herbeiführen. Du erlangst mehr mentale Stärke und seelische Stabilität, und du entwickelst einen aufmerksamen und wertschätzenden Umgang mit dir selbst und mit anderen. Wenn du die folgenden Achtsamkeitsmeditationen regelmäßig ausführst, wird es dir mit der Zeit immer leichter fallen, sich in deinem Alltag auf das zu besinnen, was gerade wichtig ist, und sich weniger von stressigen Situationen überwältigen zu lassen.
 
 
GERÄUSCHMEDITATION
   
Geräusche sind fast immer zu hören, aber wir blenden sie oft aus. Bei dieser Übung tust du das ausnahmsweise nicht mit überraschendem Effekt.
 
Wir würden verrückt werden, wenn wir Geräusche und andere Außenreize nicht filtern, sondern ständig ungebremst an uns heranlassen würden. Um die eigene Achtsamkeit im Alltag zu fördern, kann man sich aber der gesamten Geräuschkulisse hier und jetzt meditativ widmen. Die Aufgabe besteht darin >>zu hören, was ist<<<, ohne die Geräusche zu bewerten.
 
Eine extrem leise Umgebung, wie man sie vielleicht sonst zum Meditieren aufsuchen mag, ist in diesem Fall weniger geeignet. Übe die Meditation lieber während der Bahnfahrt zur Arbeit oder in freier Natur, am besten im Sitzen.
 
·       Nimm deine bevorzugte Meditationshaltung ein und schließe wenn du möchtest die Augen, weil du so besser (zu) hören kannst.
 
·       Atme einmal tief ein. – Halte den Atem kurz an. – Atme aus.
 
Noch einmal: Atme tief ein. – Halte den Atem kurz an. – Atme aus. Danach lass deinen Atem einfach fließen.
 
·       Achte nun darauf, was du hörst. Die folgenden Fragen sollen dir helfen, die auf dich einströmenden Geräusche in allen Facetten bewusst wahrzunehmen:
 
o   Welche Geräusche erreichen dich? Sind sie jeweils laut oder leise? Schwanken Lautstärken oder Tonhöhen? Erscheinen dir die Geräusche angenehm oder unangenehm? Geht eines durch Mark und Bein? Ist eines kaum zu hören?
 
o   Horche auch auf Geräusche, die du sonst nicht wahrnimmst, weil sie übertönt werden oder keinerlei Bedeutung für dich haben. Welche Töne und Klänge nimmst du wahr, die du vorher noch nie gehört hast?
 
o   Welche Klangqualitäten kannst du ausmachen Rauschen, Knirschen, Knacken, Knacksen, Klicken, Zischen, Wummern ?
 
o   Wie wirken die Geräusche auf dich? Wie fühlen sie sich an? Ist der Eindruck, den sie vermitteln, druckvoll, mächtig, unbeholfen, zart, schüchtern, leidend, anheimelnd ?
 
o   Sind die Geräusche erwartbar, etwa das Schnurren deiner Katze im Wohnzimmer, das Klingeln eines Telefons im Büro nebenan? Oder treten sie gerade eben zufällig auf das Heulen des Windes vor dem Fenster, die Sirene der Feuerwehr auf der Straße?
 
o   Unterhalten sich Menschen? Zwitschern Vögel, hupt ein Auto, rascheln Blätter?
 
·       Manchmal tun sich Räume zwischen den Geräuschen auf, klein oder größere Pausen. Kannst du auch diese Stille hören?
 
·       Wenn du möchtest, kannst du zudem versuchen, die Luft wahrzunehmen, die dich umgibt und ohne die keiner dieser Töne zu dir dringen würde. Sie erst ermöglicht den Transport von akustischen Schwingungen durch den Raum.
 
·       Beende die Übung und höre wieder >>ganz normal<<.
 
VARIANTE: MUSIKMEDITATION
 
·       Lausche aufmerksam und konzentriert einem Musikstück. Ziel ist nicht, sich von der Musik mitreißen zu lassen oder mitzusummen. Wichtig ist vielmehr, die einzelnen Instrumente und Stimmen wahrzunehmen, die in ihrer Gesamtheit einen Song oder eine Symphonie darstellen.
Alles Geschaffene ist vergänglich. Strebt weiter, bemüht euch, unablässig achtsam zu sein.
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