9 - Wimuttidhamma

Wimuttidhamma Meditationszentrum für Achtsamkeitstraining
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SELBSTVERTRAUEN STÄRKEN
   
 
Meditation konfrontiert uns mit Gedanken und Gefühlen, die wir manchmal lieber nicht hätten. Doch dadurch bietet sich eine Chance, mit unangenehmen Gefühlen achtsam umzugehen und daran zu wachsen.
 
 
GEDANKEN WIE WOLKEN ZIEHEN LASSEN – BELASTENDES LOSLASSEN
 
Bist du verärgert, weil dein Partner anderer Meinung ist als du oder dein Vorgesetzter dich ungerecht behandelt hat? Du musst ständig daran denken, und es hindert dich daran, dich offenen Herzens und klaren Geistes mit etwas anderem zu beschäftigen oder dich in der Meditation zu konzentrieren? Dann ist diese Übung sehr hilfreich.
 
·       Nimm einen bequemen, aufrechten Sitz deiner Wahl ein. Genieße die Stabilität, die dieser Sitz dir gibt, und spüre die Würde, die er dir verleiht. Es gibt nichts, was dich umwerfen könnte, und die Aufrichtung deines Rückens geschieht mit Leichtigkeit.
 
·       Schliesse die Augen und wende dich deinem Atem zu.
 
·       Lasse es dann bewusst zu, dass die belastenden Gedanken und Gefühle erscheinen. Schaue diese genau an, ohne sich in sie zu vertiefen. Stelle dir vor, dass sie von einer Wolke eingehüllt werden und einfach davonschweben.
 
·       Lasse es zu, dass die unangenehmen Gedanken und Gefühle immer wieder in deinem Gewahrsein erscheinen. Wehre sie nicht ab, sondern hülle sie sanft in helle Wolken ein und lasse die Wolken ziehen.
 
·       Spüre das Gefühl der Leichtigkeit, das sich immer mehr in dir ausbreitet, und lasse eine Wolke nach der anderen ziehen.
 
·       Nimm dir regelmäßig etwa 15 Minuten Zeit für diese Übung. Beginne mit kleineren Ärgernissen, bevor du es in schwierigeren Situationen probierts.
 
 
BEI SELBSTZWEIFELN UND ÄNGSTEN
   
Es kann sein, dass du beim Meditieren immer wieder auf Ängste und Selbstzweifel stösst, auch wenn du versuchst, dich selbst liebevoll anzunehmen (Seite 185).
 
·       Spüre während der Meditation genau, was in deinem Körper passiert und wie sich die Gedanken und Gefühle auswirken, um sie möglichst gut kennenzulernen.
 
·       Notiere danach in deinem Tagebuch, welche Ängste oder Selbstzweifel dich plagten und was im schlimmsten Fall passieren könnte. Schon dies entschärft meist die Dramatik der Gefühle.
 
·       Schreibe dann eine Erfolgsliste, in der du festhältst, was gut läuft in deinem Leben und welche Fähigkeiten du besitzt, um auch schwierige Situationen zu meistern. Erinnere dich an solche Situationen: Wie hat es sich angefühlt? Was hat dein Selbstvertrauen gestärkt?
 
·       Wirf, getragen von diesem Gefühl, noch einmal einen Blick auf die Liste der Ängste und Selbstzweifel. Wahrscheinlich sind sie nicht verschwunden, aber vielleicht kannst du sie mit etwas Distanz und einer Prise Humor betrachten.
 
 
 
VIELE GUTE LEHRER: SCHWIERIGE SITUATIONEN ANNEHMEN
   
Die Tibeter bitten traditionell darum, dass ihnen das Leben das Maß an Schwierigkeiten schenken möge, dass sie bewältigen können, um daran zu wachsen – eine weise Bitte. Obwohl es uns vielleicht manchmal so vorkommt, als ob gerade uns besonders viele Steine in den Weg gelegt werden und die meisten anderen Menschen es viel leichter haben als wir, beruht diese Sichtweise auf Täuschung und nährt nur unser Selbstmitleid. Hilfreicher ist die Haltung, dass alles, was uns im Leben begegnet, den Sinn hat, uns zu fordern und unsere Möglichkeiten zu entwickeln. Das ist nicht einfach und schon gar nicht bequem, aber es hat den ungeheuren Vorteil, dass wir unsere Energie nicht an inneren Widerstand gegen schwierige Situationen vergeuden, sondern sie ganz dafür einsetzen können, diese zu meistern.
 
·       Notiere in deinem Tagebuch, welche Menschen und Situationen dir derzeit das Leben schwer machen. Beschreibe, wie sie das tun und welche Fähigkeiten von dir gefordert werden, um damit zurechtzukommen. Identifiziere deine derzeit wichtigsten >>Lehrer<< und stärke dein Selbstvertrauen, indem du dir klarmachst, was du schon alles gelernt hast in diesem Leben.
 
·       Vertraue darauf, dass das Leben dir nur solche Aufgaben stellt, die du bewältigen kannst. Wenn du die Übung regelmäßig machst, wirst du das mit der Zeit erkennen können.
 
 
NICHTS BLEIBT, WIE ES IST
   
Wenn wir uns in schwierigen Lebenssituationen befinden, empfinden wir dies manchmal als persönliche Kränkung und sehen keinen Ausweg. Lernen wir dagegen, das Auf und Ab des Lebens als einen natürlichen Prozess anzunehmen, überstehen wir auch dunkle Zeiten besser. Oft ist es in solchen Phasen sehr hilfreich, sein Leben oder auch das seiner Freunde Revue passieren zu lassen. Denn kein Leben verläuft ohne Tiefen, und fast immer folgt darauf auch wieder ein Aufschwung.
 
·       Gehe in deiner Erinnerung ruhig zurück bis in deine Jugendzeit. Versuche nachzuspüren, wie du dich gefühlt hast in deiner ersten Verliebtheit oder deinem Liebeskummer. Erinnere dich an Erfolge und Misserfolge währen der Schulzeit, der Ausbildung, des Studiums oder deines Alltagslebens.
 
·       Wie bist du damit umgegangen? Was hat dir geholfen? Ist es schlimm für dich, nicht immer gleich eine Lösung für deine Probleme parat zu haben? Ein Problem anzunehmen, ist sicher eine der größten Herausforderungen, doch vielleicht kann dir der Rückblick helfen, mehr Geduld und Vertrauen zu entwickeln. Auch die vorige Übung >>Viele gute Lehrer<< kann hilfreich sein.
 
·       Beschäftige dich für eine Weile immer wieder mit diesem Thema. Hole dir alle Unterstützung, die du brauchst, und mache auch die Übung >>Kraftquellen finden<< auf der nächsten Seite, wenn du dich unsicher fühlst.
 
 
>>Wirkliches Verständnis erlange wir dadurch, dass wir mit Achtsamkeit aus unseren eigenen Erfahrungen lernen<<.
Alles Geschaffene ist vergänglich. Strebt weiter, bemüht euch, unablässig achtsam zu sein.
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